Tongariro Alpine Crossing
Wir haben es geschafft! Und wir sind mega stolz darauf! 🙂

Nach ca. 3 Stunden und 14.000 Schritten: “Wenn das so weiter geht, wandern wir heute mehr Schritte als in einer Arbeitswoche inklusive Wochenende!” (zit. Basti).
Aber ob und wie lange es überhaupt weiter gehen kann, war immer wieder eine große Frage. Denn das Wetter war wieder nicht ganz auf unserer Seite. Zum Glück hat es zwar nicht mehr geregnet, aber beim Aufstehen war wieder ordentlich Nebel im Tal und der Himmel sehr wolkenverhangen. Also ging es doch nicht um 6 Uhr los. Nun hatten wir ja aber extra schon 2 Tage auf besseres Wetter gewartet und haben uns dann doch entschlossen es einfach zu probieren und den Shuttlebus um 7 Uhr genommen.
Am Startpunkt angekommen, wurden alle Wanderer von den Rangern des Nationalparks noch einmal auf die Wetterbedingungen und die Gefahren hingwiesen – also doch nicht hoch? Was machen wir? Die Ranger sagten, sie würden nicht hoch und bei dem Nebel kommt auch kein Rettungstrup! Da aber erstmal alle los gelaufen sind, sind wir mit und haben entschieden einfach Etappe für Etappe weiter zu schauen…umdrehen konnten wir ja zu jeder Zeit. Und das haben auch einige getan.

Aber zunächst schien alles ganz harmlos. Also sind wir die ersten 4,5 km bis zur ersten Etappe Soda Springs zwar relativ im Nebel gelaufen aber wir konnten zumindest im Tal gut sehen…nur die Berge mussten wir uns vorstellen. 😀



Trotz der Hinweisschilder haben wir uns dann an den Aufstieg gewagt. Wir haben zwar lange überlegt und wollten eigentlich erst umdrehen, aber zumindest bis zum Southcrater wollte ich (Josi) noch laufen. Wenigstens einen Vulkan wollte ich sehen. Also gut…wir probieren es und schauen wie weit wir kommen. Jedoch lagen hier über 200 Höhenmeter auf 2 km vor uns und schon nach 20 Minuten dachte ich mir, was machen wir hier eigentlich. 😀 Und dann auch noch Treppen: gefühlt bin ich eine Stufe hoch und zwei wieder zurück. Aber es hat sich gelohnt, denn die Landschaft hat sich noch mal unglaublich verändert.


So ging es dann immer weiter. Etappe für Etappe haben wir uns nach dem Wetter orientiert und waren so von der Umgebung beeindruckt, dass wir doch auch immer mehr sehen wollten und mutig wurden. Bis dann der Aufstieg zum Red Crater kam (zwischen dem Mt. Ngauruhoe und Mt. Tongariro). Ein schmaler Grad auf 1900m Höhe mit plötzlichen Windböen von bis zu 65km/h und dicken fettem Nebel. Wo kam das denn her? Hatten uns die Ranger nicht vor diesem plötzlichen Wetterwechsel gewarnt?! Okay…doch zurück? Aber den Abstieg wagten wir bei dem Wind auch nicht. Also erstmal am Berg, geschützt von einigen Felsen, ausharren und dann weiter sehen.


Dann kamen uns Wanderer von oben entgegen und machten Mut. Wir hatten den höchsten Punkt eigentlich direkt vor unserer Nase. Also sind wir weiter, trotz Angst jeden Moment vom Berg gefegt zu werden und wurden dafür am Ende reichlich belohnt. Den Red Crater habe ich zwar aus Angst nicht so richtig wahrgenomen aber es folgten weitere Höhepunkte. Die Emerald Lakes, der Blue Lake und eine atemberaubende Landschaft. Sogar Schnee lag da oben noch. 🙂




Ab Kilometer 11 ging es dann nur noch bergab…war ich froh. Zumindest in dem Moment, aber wenn man 8 km bergab läuft stellt man ziemlich schnell fest, dass das fast noch anstrengender ist. 😀


Am Ende haben wir es doch geschafft: 19,4 km, 8h 20min und über 40.000 Schritte mit vielen Höhen und Tiefen, Sonne und Nebel, Wind und Temperaturen bis runter auf ca. 5 Grad, Schweiß und Frost und ganz viel Adrenalin.
Es war eine wahnsinnig anstrengende Wanderung, vorallem für uns Wenig-Wanderer aber trotzdem eine super tolle Erfahrung.
Zur Belohnung sind wir dann Abends noch in den Whirlpool auf unserem Campingplatz und etwas Essen gegangen. Und hatten sogar noch mal einen tollen Blick, ohne Nebel und mit Abendsonne auf beide Berge.
